Startseite
Praxis Ursula Kallhammer, Ried 5a, 83623 Dietramszell, Tel: 08027/904184











Mail

Altai: Bilik

Autor: Nikolai Schodojew
Hrsg.: Ursula Kallhammer

 

Nikolai Schodojew, Verfasser des "Altaischen Bilik", lebt im Süden Sibiriens, in der Republik Altai, welche in eigenständiger Form zur Russischen Föderation gehört.

In diesem uraltem Kulturraum im Herzen des kontinentalen Asiens ist über Jahrtausende unter dem Einfluss wechselnder Großreiche, Zivilisationen und Völker ein ganzheitliches Weltbild entstanden, in welchem Mensch, Natur und Kosmos als materialisierte Ausdrucksformen eines höheren, göttlichen Bewusstseins und als ein sich wechselseitig bedingendes Ganzes verstanden werden.
Der Autor beschäftigt sich schon von Kindheit an mit dem Brauchtum, der Spiritualität, den Mythen und der alten Volksweisheit seiner Heimat. Ihm ist es zu verdanken, dass dieser bislang fast ausschließlich mündlich tradierte Erfahrungsschatz (auf altaiisch "Bilik"), welcher u.a. Elemente des Tengrismus, Pantheismus, Schamanismus und Burchanismus umfasst, gesammelt und in schriftlicher Form aufbereitet wurde.
Nikolai Schodojew möchte damit einerseits das Alte vor dem Vergessen bewahren, andererseits aber auch zukunftsgestaltend zur Rückbesinnung auf ein ganzheitlich orientiertes Weltbild beitragen, nachdem die wissenschaftlich, mechanistisch und materiell orientierte Weltsicht unserer Zeit immer mehr an ihre Grenzen stößt. Ein Teil des gesammelten Materials liegt mit diesem Taschenbuch nun auch in deutscher Überzetzung vor - ein wahre Fundgrube für Altai-Liebhaber und ethnologisch und kulturell Interessierte, aber auch für alle Menschen, die sich von der tiefen Spiritualität alter Weisheitslehren angezogen fühlen.

-----------------------------------

Im Sommer 2004 besuchte ich erstmals die Republik Altai. Ich war beeindruckt von der vielseitigen Schönheit der Landschaft, den unzähligen geomantisch und energetisch interessanten Orten und der Kraft der weitgehend unberührten Natur. Besonders intensiv waren für mich aber immer wieder auch die tiefgehenden Kontakte mit den einheimischen Menschen - Kindern, älteren Menschen, Altgläubigen, Künstlern, Schamanen…. – die mir einen unmittelbaren Einblick in die traditionellen Überlieferungen und spirituellen Praktiken der Altaier gaben. Das, was sie mir vermittelten, erschloss sich vor allem und ganz selbstverständlich im „zusammen Sein“, im gemeinsamen Tun, in ganz alltäglichen Situationen, ohne dass viel gesprochen oder erklärt worden wäre. Das Eintauchen „mit Herz und Bauch“ in die Welt dieser Menschen war oft sehr berührend, teilweise auch fremd, aber im innersten Kern doch immer wieder tief vertraut.
Mental bewusst wurde mir die ganze Bandbreite und Fülle der alten spirituellen Tradition des Altai schließlich im Gespräch mit Nikolaj Schodojew, dem Verfasser des altaischen „Bilik“ und Gründer sowie Leiter des kleinen Heimatmuseums von Mendur Sokkon.
Herr Schodojew beschäftigt sich schon von Kindheit an mit dem Brauchtum, der Spiritualität, den Mythen und der alten Volksweisheit seiner Heimat. Es ist sein Verdienst, dass er nicht nur erkennt, was seine Kultur auszeichnet und teilweise von anderen unterscheidet, sondern dass er das komplexe Material der alten heimatlichen Weisheitslehren auch in systemischer Schau sammelt, ordnet, niederschreibt und mit großer Begeisterung weitergibt. Einen Teil seines gesammelten Wissens hat Herr Schodojew mit Unterstützung eines interessierten russischen Geschäftsmannes, Rustam Kurtschakow, aus dem Altaischen ins Russische übertragen und als ersten Band über den altaischen „Bilik“ (weitere Fortsetzungen sind in Vorbereitung) in Taschenbuchform veröffentlicht. Bei meinem ersten Museumsbesuch konnte ich eines der letzten Exemplare dieses Büchleins erwerben.
Zu Hause wollte ich den Text zunächst lediglich für den Eigengebrauch übersetzen lassen. Der Übersetzer des Bilik, Hr. Dr. Günter Leikauf, Lektor am Institut für Übersetzer- und Dolmetscherausbildung der Universität Graz, widmete sich dieser Aufgabe mit professioneller Begeisterung und viel Liebe zum Detail. In der Zwischenzeit gingen einige Nachfragen nach dem Text ein, weshalb wir uns schließlich im Austausch mit dem Autor für eine Veröffentlichung des „Bilik“ im deutschen Sprachraum entschieden.
Auf meiner nächsten Altai- Reise im darauf folgenden Sommer verbrachte ich viele Stunden zusammen mit Herrn Schodojew, um inhaltliche Fragen zum Text (Ergebnisse s. Anmerkungen) und Probleme der Transkription zu klären. Auch die Frage des Layouts klärte sich noch im Altai. Bei einem einheimischen Schamanen traf ich „zufällig“ Roland Scholz, Autor von „Tore zur Anderswelt“, schamanischer Heiler aus der Eifel und gelernter Graphiker, der mir spontan seine Unterstützung zusagte.
Die Übersetzung und Herausgabe sowie das Layout der deutschen Ausgabe des „Bilik“ erfolgte ehrenamtlich; der Reingewinn aus dem Verkauf der deutschen Ausgabe fließt ausschließlich Herrn Schodojew zu, um sein Museumsprojekt und die Ausbildung seiner neun Enkelkinder finanziell mit zu unterstützen.
Sowohl Günter Leikauf als auch Roland Scholz möchte ich für ihren idealistischen Einsatz und die stets bereichernde, freundschaftliche Zusammenarbeit herzlich danken. Ein besonderer Dank geht auch an „meine“ unermüdliche Dolmetscherin, inspirierende Reisebegleiterin und Freundin, Fr. Dr. Galina Ermolina aus Novosibirsk.
In erster Linie danke ich jedoch Nikolaj Schodojew – für die Einführung in die Welt des Bilik, für sein Wissen, das er immer bereitwillig teilt, für seine bescheidene, freundliche Art und für sein Vertrauen. Sein Ziel ist es, einerseits die alten Weisheitslehren seiner Heimat zu bewahren und andererseits mit diesem spirituellen Erbe einen kleinen Beitrag für ein neues, wieder ganzheitlich orientiertes Weltgeschehen zu leisten, in dem Natur, Kosmos und freie, selbstbestimmte und selbstverantwortliche Menschen harmonisch zusammen schwingen. Möge sich diese Vision erfüllen!


N.A. Schodojew und R.S. Kurtschakow:
"Der altaiische Bilik -
Alte Weisheitslehren aus dem sibirischen Altai"

ISBN 3-8334-4999-3 / EUR 13,80

Bestellen bei Amazon